Welches Verfahren passt zu welchem Schaden?
Entscheidungshilfe
Welche Methode Ihre Leitung braucht, hängt vom Schadensbild, vom Ort der Leitung und von ihrem Durchmesser ab. Den Ausschlag gibt der Kamerabefund, und die sechs Leistungen unseres Partnerbetriebs P&N Kanaltechnik decken vom Prüfen bis zum Sanieren jeden Schritt ab.
Foto: P&N Kanaltechnik GmbHDie Wahl in Kürze
- Was entscheidet über das Verfahren?
- Der Kamerabefund: Er zeigt Art, Zahl und Lage der Schäden. Ohne Befahrung lässt sich keine Methode seriös empfehlen.
- Leitung im Haus oder im Erdreich?
- Im Gebäude kommt meist die Beschichtung von innen zum Zug. Für längere erdverlegte Abschnitte eignet sich eher ein Schlauch, der vom Schacht aus eingebracht wird.
- Ein Schaden oder viele?
- Eine einzelne undichte Stelle wird punktuell repariert. Reihen sich die Schäden aneinander, ist eine durchgehende neue Rohrwand wirtschaftlicher.
- Braucht es eine Reinigung vorab?
- Ja, vor dem Einbau muss das Altrohr in der Regel frei von Ablagerungen sein, für die Rohr-in-Rohr-Sanierung zusätzlich trocken. Die Spülung ist daher meist Teil des Auftrags.
Entscheidungstabelle: vom Schadensbild zum Verfahren
Lesen Sie die Tabelle von links nach rechts: Anzeichen oder Befund, typische Lage der Leitung, die passende Leistung und der wichtigste Hinweis dazu. Sie ersetzt keine Befahrung, zeigt aber, worauf das Gespräch mit dem Partnerbetrieb hinausläuft.
| Schadensbild | Lage | Verfahren | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Ursache von Geruch oder Feuchte unklar | überall | Kanalinspektion | Zustandsprotokoll mit Leitungsplan als Grundlage |
| Wiederkehrender Rückstau, Ablagerungen, Wurzeln | Grund- und Sammelleitung | Kanalreinigung | Düse richtet sich nach Rohrzustand und Material |
| Korrodierter oder undichter Fallstrang | im Gebäude, ab 40 mm | Rohr-in-Rohr-Sanierung | Zugang über WC oder Siphon, verwinkelte Verläufe möglich |
| Viele Risse, Muffenversatz auf ganzer Länge | erdverlegt, ab DN 80 | Schlauchliner | Zuläufe werden nach dem Aushärten aufgefräst |
| Einzelner Riss oder eine offene Muffe | Grundleitung, Anschlussleitung | Kurzliner | Nur die Schadstelle wird abgedichtet |
| Neubau, Umbau oder Nachweis nach Sanierung | Haltung, Schacht, Abscheider | Dichtheitsprüfung | Prüfmedium Wasser oder Luft, Norm DIN EN 1610 |
Beschichtung, Schlauch oder Teilreparatur: die Abgrenzung
Die drei Sanierungsverfahren unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Leitung sie erneuern und wo sie eingesetzt werden. Beschichtung und Schlauch schaffen eine neue Rohrwand auf der ganzen Strecke, die Teilreparatur nur an einer Stelle.
Spraycoating im Gebäude
Bei der Rohr-in-Rohr-Sanierung sprüht der Partnerbetrieb glasfaserverstärkten Polyesterkunststoff in mehreren Lagen auf die Innenwand. Das Verfahren eignet sich für Fall- und Sammelleitungen, Dachentwässerung sowie Grund- und Anschlussleitungen im Haus, auch bei vielen Bögen.
Schlauchliner für längere Haltungen
Der Schlauchliner ist ein harzgetränkter Textilschlauch, der vom Schacht, Fallrohr oder Ablauf aus eingestülpt wird und unter Luft- oder Wasserdruck an der Altrohrwand anliegt. Ausgehärtet wird mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht; je nach Gegebenheit sind Einbaulängen bis 100 m am Stück möglich.
Kurzliner für eine einzelne Stelle
Der Kurzliner besteht aus einer harzgetränkten Glasfasermatte oder einem Filzschlauch, zugeschnitten auf den Innendurchmesser. Er wird über eine vorhandene Öffnung an die Schadstelle gezogen und per Druckluft angepresst, mehrlagig je nach erforderlicher Wanddicke.
Prüfen, reinigen, sanieren: die übliche Reihenfolge
Jeder Auftrag beginnt mit dem Kamerabild, danach folgen Reinigung, Sanierung und eine Kontrolle. Mit dieser Reihenfolge wird in der Regel nur saniert, was tatsächlich schadhaft ist.
- Befahrung mit Bewertung nach DIN EN 13508-2 und Protokoll in WinCan VX
- Hochdruckreinigung, damit das Altrohr frei von Fett, Kalk und Wurzeln ist
- Einbau des gewählten Verfahrens nach dem Sanierungskonzept
- Kamerakontrolle und auf Wunsch ein Dichtheitsnachweis mit Prüfprotokoll
Ob eine Prüfung auf Dichtheit vorgeschrieben ist, regelt die Satzung der jeweiligen Gemeinde. Für Grundstücksentwässerungsanlagen bildet DIN 1986-30 den technischen Rahmen.
Kostenfaktoren je Verfahren
Die Kosten hängen in erster Linie von Länge, Nennweite und Zugänglichkeit der Leitung ab, danach vom Aufwand für die Vorbereitung. Die Richtwerte des Partnerbetriebs dienen nur der ersten Einordnung.
- Spraycoating: ab 750 EUR je Meter, DN 40 bis 200
- Schlauchliner: ab 235 EUR je Meter, DN 150 bis 300
- Kurzliner: ab 850 EUR je Stück
- Kamerabefahrung im Einfamilienhaus: ab 825 EUR pauschal
- Prüfung und Reinigung: Preis nach Aufwand, transparentes Angebot
Teurer wird es durch viele Abzweige, die nach dem Einbau wieder geöffnet werden müssen, durch starke Verkrustung und durch schwer erreichbare Einstiege. Das Angebot weist diese Punkte als eigene Positionen aus.
Wo grabenlose Verfahren an Grenzen stoßen
Jedes Verfahren hat einen Einsatzbereich nach Durchmesser und Leitungsverlauf, insgesamt reicht das Spektrum des Partnerbetriebs von DN 40 bis DN 400. Ob eine Leitung von innen sanierbar ist, zeigt erst die Befahrung.
- Spraycoating setzt einen Rohrdurchmesser ab 40 mm voraus
- Ein Schlauchliner braucht mindestens DN 80 und einen Einstieg über Schacht, Fallrohr oder Ablauf
- Eine Teilreparatur lohnt nur, solange die übrige Leitung intakt ist
Steht nach dem Befund fest, dass kein Innenverfahren passt, erfahren Sie das vor jeder Beauftragung. Das Sanierungskonzept wägt Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit gegeneinander ab.


Vom Befund zur Entscheidung
So kommen Sie zu einer begründeten Wahl zwischen den Methoden.
Anzeichen schildern
im ersten Gespräch
Sie beschreiben, was auffällt und wo. Wir ordnen ein, ob zuerst gespült oder befahren wird.
Leitung befahren
nach Terminabsprache
Die Kamera erfasst Schäden, Abzweige und Querschnitte entlang der gesamten Strecke.
Methode festlegen
nach Auswertung
Der Partnerbetrieb schlägt das Verfahren vor und begründet es mit den Aufnahmen.
Angebot prüfen
nach Ihrem Zeitplan
Sie vergleichen Positionen und Mengen mit dem Protokoll und entscheiden in Ruhe.
Fragen zur Wahl des Verfahrens
Verfahren im Vergleich
Ist Spraycoating oder ein Schlauch die bessere Lösung?
Das hängt von Lage und Verlauf ab: Im Haus mit vielen Bögen spricht viel für die Beschichtung, bei langen erdverlegten Strecken für den Schlauch. Die Empfehlung leitet der Partnerbetrieb aus dem Kamerabild ab.
Reicht eine Teilreparatur, wenn nur eine Stelle undicht ist?
Ja, wenn die übrige Leitung intakt ist, genügt ein Kurzliner an der Schadstelle. Zeigt die Kamera weitere Schäden, wird eine durchgehende Lösung meist wirtschaftlicher.
Voraussetzungen und Grenzen
Ab welchem Durchmesser ist eine Innensanierung möglich?
Die Beschichtung von innen ist ab 40 mm möglich, der Schlauchliner ab DN 80. Insgesamt deckt der Partnerbetrieb Abwasserleitungen bis DN 400 ab.
Kann ich die Leitung direkt nach dem Einbau wieder nutzen?
Nach dem Einbau eines Schlauchliners steht die Leitung direkt wieder zur Verfügung. Für die anderen Verfahren nennt Ihnen der Partnerbetrieb die Freigabe bei der Übergabe.
Ablauf und Dauer
Warum wird vor der Sanierung gereinigt?
Die neue Innenschicht braucht eine saubere Rohrwand. Deshalb gehören die Reinigung und bei der Rohr-in-Rohr-Sanierung auch die Trocknung zur Vorbereitung des Einbaus.
Unsicher, welche Methode passt?
Schildern Sie uns das Anzeichen. Wir klären mit dem Partnerbetrieb, ob zuerst gespült oder befahren wird.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Kontakt

